Projekt P-5050 · Kunde K-1050 · Dok-Nr. P-5050-SP · Stand 27.10.2026, 13:48 Uhr

Konzept im ÜberblickWas Bululu kann

Kapitel 09 von 16

Sprachen

Warum Bululu zum Start Deutsch, Englisch und Türkisch spricht, welche Sprachen danach folgen und wie Stellenanzeigen übersetzt werden.

  • Lesezeit rund 3 Min.
  • Für Bewerber, Betriebe

Auf einen Blick

Das Wichtigste aus diesem Kapitel in einer Minute. Alle Einzelheiten stehen darunter.

  • Fachkräfte in ihrer eigenen Sprache erreichenViele Fachkräfte in Produktion, Bau und Werkstatt sprechen Deutsch als Zweitsprache und selten gut Englisch. Bululu spricht sie deshalb in ihrer Sprache an.
  • Türkisch steht überall an erster StelleBei den Beschäftigten bundesweit, bei den Einwohnern in Duisburg und im Ruhrgebiet und bei der Familiensprache liegt Türkisch vorn.
  • Arabisch bis Mitte Dezember, vier weitere späterNach Deutsch, Englisch und Türkisch folgt Arabisch, in einer zweiten Stufe Rumänisch, Polnisch, Ukrainisch und Russisch.
  • Verbindlich bleibt die deutsche FassungStellenanzeigen werden beim Veröffentlichen automatisch übersetzt; ein Hinweis und ein Umschalter führen zum deutschen Text. Bewerberdaten werden nie übersetzt.
  • Betriebe schreiben nur auf DeutschFür Betriebe entsteht kein Mehraufwand. Sie geben die nötigen Deutschkenntnisse an, Bewerber filtern danach.
32.385Duisburgermit türkischem Pass, Rang 1 in Duisburg
58%der Facharbeiter in der Türkei sprechen keine Fremdsprache
25%der Menschen in Rumänien können sich auf Englisch unterhalten

Kurz gesagt. Viele Fachkräfte in Industrie, Handwerk und Technik sprechen Deutsch als Zweitsprache, und gerade in Produktion, Bau und Werkstatt selten gut Englisch. Bululu erreicht sie in ihrer eigenen Sprache. Die Reihenfolge der Sprachen folgt der Zahl der Beschäftigten, der Lage in Duisburg und im Ruhrgebiet und der Sprache, die in den Familien gesprochen wird. Verbindlich ist immer die deutsche Fassung, und die Betriebe schreiben weiter nur auf Deutsch.

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Warum Türkisch

Zahlen aus Duisburg, dem Ruhrgebiet und ganz Deutschland zeigen, dass Türkisch die wichtigste Zusatzsprache ist.

32.385Duisburger mit türkischem Pass, Rang 1; fast jeder vierte Ausländer in Duisburg
200.675Menschen mit türkischem Pass im Ruhrgebiet, ebenfalls Rang 1
587.091Beschäftigte mit türkischem Pass in Deutschland, die größte Gruppe

Türkisch steht in allen drei Quellen an erster Stelle: bei den Beschäftigten bundesweit, bei den Einwohnern in Duisburg und im Ruhrgebiet und bei der Sprache, die zu Hause gesprochen wird (14 % aller Menschen mit einer anderen Familiensprache als Deutsch). Dazu kommen viele eingebürgerte Türkischsprachige, die in keiner Ausländerstatistik auftauchen, und in Duisburg ein großer Teil der Zuwanderer aus Bulgarien, die Türkisch als Muttersprache sprechen.

Englisch reicht hier nicht. Unter Facharbeitern in der Türkei sprechen 58 % keine Fremdsprache, unter Hilfskräften 61 %. Die türkische Fassung erreicht deshalb vor allem Neuzugewanderte, die noch wenig Deutsch und kaum Englisch sprechen.

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Welche Sprache wann

Welche Sprache zum Start, bis Mitte Dezember und in der zweiten Stufe kommt, jeweils mit Begründung und Zahl.

SpracheWannWarumZahl dazu
Deutschzum LivegangAusgangssprache aller Anzeigen; die deutsche Fassung ist immer die verbindliche.
Englischzum LivegangArbeitssprache für internationale Fachkräfte, die oft gut Englisch sprechen, etwa aus Indien.179.534 Beschäftigte aus Indien
Türkischzum LivegangGrößte Gruppe in Duisburg, im Ruhrgebiet und bundesweit (Abschnitt 1).Rang 1 in allen Quellen
Arabischbis Mitte DezemberSyrien ist Rang 2 im Ruhrgebiet und Rang 3 in Duisburg, dazu Irak; im Handwerk wächst der Anteil. Arabisch wird von rechts nach links geschrieben; die Seite ist dafür von Anfang an vorbereitet.rund 484.000 Beschäftigte
Rumänischzweite StufeZweitgrößte Gruppe der Beschäftigten, jeder Zweite als Hilfskraft, oft in Produktion und Bau.531.150 Beschäftigte
Polnischzweite StufeArbeiten besonders oft in Industrie, Bau, Logistik und Zeitarbeit, also genau in der Nische von Bululu.522.056 Beschäftigte
Ukrainischzweite StufeStark wachsende Gruppe und der größte Einzeltreiber beim Zuwachs im Handwerk.316.402 Beschäftigte
Russischzweite StufeErreicht zusätzlich Spätaussiedler und Menschen aus Kasachstan; Ukrainisch und Russisch stehen getrennt zur Wahl.12 % der Familiensprachen

Später möglich: Bulgarisch (in Duisburg die zweitgrößte Gruppe, 16.430 Einwohner) und Bosnisch, Kroatisch, Serbisch als gemeinsame Fassung. Französisch und Spanisch kommen nicht zum Start: In Duisburg leben 1.755 Spanier und 410 Franzosen; beide Sprachen lohnen sich vor allem, wenn gezielt im Ausland angeworben wird.

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Warum nicht nur Englisch

In vielen Herkunftsländern spricht nur ein Viertel der Menschen Englisch, deshalb reicht Englisch allein nicht.

25 %der Menschen in Rumänien können sich auf Englisch unterhalten
27 %sind es in Polen
19 %der ukrainischen Geflüchteten sprechen gut Englisch

Wer in Produktion, Bau oder Werkstatt arbeitet, spricht selten gut Englisch. Die eigene Sprache senkt die Hürde zur Bewerbung deutlich.

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So wird übersetzt

Was fest übersetzt ist, was automatisch übersetzt wird und was immer unverändert auf Deutsch bleibt.

WasWie
OberflächeMenüs, Knöpfe, Formulare und E-Mails sind fest übersetzt und werden vor dem Start von Muttersprachlern gegengelesen.
StellenanzeigenWerden beim Veröffentlichen automatisch übersetzt. Über der Anzeige steht „Automatisch übersetzt, verbindlich ist die deutsche Fassung“, mit einem Umschalter zum deutschen Text. Bewerberdaten werden nie übersetzt oder weitergegeben.
Feste AngabenFirmenname, Ort und verlangte Deutschkenntnisse bleiben unverändert stehen.
Filter „Deutschkenntnisse“Betriebe geben das nötige Niveau an, von „keine“ bis „verhandlungssicher“; Bewerber filtern danach. Für diese Zielgruppe ist das oft die wichtigste Angabe.
BetriebeSchreiben nur auf Deutsch, ohne Mehraufwand.
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Quellen

Die amtlichen Statistiken und Studien, aus denen die Zahlen in diesem Kapitel stammen.

  1. Deutscher Bundestag, Drucksache 21/6247 (01.06.2026), Beschäftigte nach Staatsangehörigkeit, Daten der Bundesagentur für Arbeit zum 31.10.2025: dserver.bundestag.de/btd/21/062/2106247.pdf
  2. IT.NRW, Ausländische Bevölkerung 2023 und 2024 nach Kreisen (Stand 31.12.2024): it.nrw/system/files/media/document/file/105_25.pdf
  3. Destatis, Mikrozensus, zu Hause gesprochene Sprachen: destatis.de, Pressemitteilung N008
  4. Eurostat, Adult Education Survey 2022, Fremdsprachenkenntnisse nach Beruf: ec.europa.eu/eurostat, Foreign language skills statistics
  5. Europäische Kommission, Eurobarometer 540 „Europeans and their Languages“ (2024): europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/2979
  6. IAB, Polnische Arbeitskräfte in Deutschland (17.11.2025): doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/Polnische_Arbeitskraefte.pdf
  7. IAB-Forschungsbericht 5/2025, Befragung ukrainischer Geflüchteter 2023: doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb0525.pdf
  8. Bundesagentur für Arbeit, Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk (August 2026): statistik.arbeitsagentur.de
  9. Böckler, Gestmann, Handke: Neuzuwanderung in Duisburg-Marxloh (Springer VS 2018): link.springer.com