Kurz gesagt. Viele Fachkräfte in Industrie, Handwerk und Technik sprechen Deutsch als Zweitsprache, und gerade in Produktion, Bau und Werkstatt selten gut Englisch. Bululu erreicht sie in ihrer eigenen Sprache. Die Reihenfolge der Sprachen folgt der Zahl der Beschäftigten, der Lage in Duisburg und im Ruhrgebiet und der Sprache, die in den Familien gesprochen wird. Verbindlich ist immer die deutsche Fassung, und die Betriebe schreiben weiter nur auf Deutsch.
Warum Türkisch
Zahlen aus Duisburg, dem Ruhrgebiet und ganz Deutschland zeigen, dass Türkisch die wichtigste Zusatzsprache ist.
Türkisch steht in allen drei Quellen an erster Stelle: bei den Beschäftigten bundesweit, bei den Einwohnern in Duisburg und im Ruhrgebiet und bei der Sprache, die zu Hause gesprochen wird (14 % aller Menschen mit einer anderen Familiensprache als Deutsch). Dazu kommen viele eingebürgerte Türkischsprachige, die in keiner Ausländerstatistik auftauchen, und in Duisburg ein großer Teil der Zuwanderer aus Bulgarien, die Türkisch als Muttersprache sprechen.
Englisch reicht hier nicht. Unter Facharbeitern in der Türkei sprechen 58 % keine Fremdsprache, unter Hilfskräften 61 %. Die türkische Fassung erreicht deshalb vor allem Neuzugewanderte, die noch wenig Deutsch und kaum Englisch sprechen.
Welche Sprache wann
Welche Sprache zum Start, bis Mitte Dezember und in der zweiten Stufe kommt, jeweils mit Begründung und Zahl.
| Sprache | Wann | Warum | Zahl dazu |
|---|---|---|---|
| Deutsch | zum Livegang | Ausgangssprache aller Anzeigen; die deutsche Fassung ist immer die verbindliche. | |
| Englisch | zum Livegang | Arbeitssprache für internationale Fachkräfte, die oft gut Englisch sprechen, etwa aus Indien. | 179.534 Beschäftigte aus Indien |
| Türkisch | zum Livegang | Größte Gruppe in Duisburg, im Ruhrgebiet und bundesweit (Abschnitt 1). | Rang 1 in allen Quellen |
| Arabisch | bis Mitte Dezember | Syrien ist Rang 2 im Ruhrgebiet und Rang 3 in Duisburg, dazu Irak; im Handwerk wächst der Anteil. Arabisch wird von rechts nach links geschrieben; die Seite ist dafür von Anfang an vorbereitet. | rund 484.000 Beschäftigte |
| Rumänisch | zweite Stufe | Zweitgrößte Gruppe der Beschäftigten, jeder Zweite als Hilfskraft, oft in Produktion und Bau. | 531.150 Beschäftigte |
| Polnisch | zweite Stufe | Arbeiten besonders oft in Industrie, Bau, Logistik und Zeitarbeit, also genau in der Nische von Bululu. | 522.056 Beschäftigte |
| Ukrainisch | zweite Stufe | Stark wachsende Gruppe und der größte Einzeltreiber beim Zuwachs im Handwerk. | 316.402 Beschäftigte |
| Russisch | zweite Stufe | Erreicht zusätzlich Spätaussiedler und Menschen aus Kasachstan; Ukrainisch und Russisch stehen getrennt zur Wahl. | 12 % der Familiensprachen |
Später möglich: Bulgarisch (in Duisburg die zweitgrößte Gruppe, 16.430 Einwohner) und Bosnisch, Kroatisch, Serbisch als gemeinsame Fassung. Französisch und Spanisch kommen nicht zum Start: In Duisburg leben 1.755 Spanier und 410 Franzosen; beide Sprachen lohnen sich vor allem, wenn gezielt im Ausland angeworben wird.
Warum nicht nur Englisch
In vielen Herkunftsländern spricht nur ein Viertel der Menschen Englisch, deshalb reicht Englisch allein nicht.
Wer in Produktion, Bau oder Werkstatt arbeitet, spricht selten gut Englisch. Die eigene Sprache senkt die Hürde zur Bewerbung deutlich.
So wird übersetzt
Was fest übersetzt ist, was automatisch übersetzt wird und was immer unverändert auf Deutsch bleibt.
| Was | Wie |
|---|---|
| Oberfläche | Menüs, Knöpfe, Formulare und E-Mails sind fest übersetzt und werden vor dem Start von Muttersprachlern gegengelesen. |
| Stellenanzeigen | Werden beim Veröffentlichen automatisch übersetzt. Über der Anzeige steht „Automatisch übersetzt, verbindlich ist die deutsche Fassung“, mit einem Umschalter zum deutschen Text. Bewerberdaten werden nie übersetzt oder weitergegeben. |
| Feste Angaben | Firmenname, Ort und verlangte Deutschkenntnisse bleiben unverändert stehen. |
| Filter „Deutschkenntnisse“ | Betriebe geben das nötige Niveau an, von „keine“ bis „verhandlungssicher“; Bewerber filtern danach. Für diese Zielgruppe ist das oft die wichtigste Angabe. |
| Betriebe | Schreiben nur auf Deutsch, ohne Mehraufwand. |
Quellen
Die amtlichen Statistiken und Studien, aus denen die Zahlen in diesem Kapitel stammen.
- Deutscher Bundestag, Drucksache 21/6247 (01.06.2026), Beschäftigte nach Staatsangehörigkeit, Daten der Bundesagentur für Arbeit zum 31.10.2025: dserver.bundestag.de/btd/21/062/2106247.pdf
- IT.NRW, Ausländische Bevölkerung 2023 und 2024 nach Kreisen (Stand 31.12.2024): it.nrw/system/files/media/document/file/105_25.pdf
- Destatis, Mikrozensus, zu Hause gesprochene Sprachen: destatis.de, Pressemitteilung N008
- Eurostat, Adult Education Survey 2022, Fremdsprachenkenntnisse nach Beruf: ec.europa.eu/eurostat, Foreign language skills statistics
- Europäische Kommission, Eurobarometer 540 „Europeans and their Languages“ (2024): europa.eu/eurobarometer/surveys/detail/2979
- IAB, Polnische Arbeitskräfte in Deutschland (17.11.2025): doku.iab.de/arbeitsmarktdaten/Polnische_Arbeitskraefte.pdf
- IAB-Forschungsbericht 5/2025, Befragung ukrainischer Geflüchteter 2023: doku.iab.de/forschungsbericht/2025/fb0525.pdf
- Bundesagentur für Arbeit, Arbeits- und Ausbildungsmarkt im Handwerk (August 2026): statistik.arbeitsagentur.de
- Böckler, Gestmann, Handke: Neuzuwanderung in Duisburg-Marxloh (Springer VS 2018): link.springer.com